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FAQ

Eure Fragen — Unsere Antworten

Startphase

Wo kann mein Kompostmöbel stehen?

Wenn Du einen hubus.quer bei uns erwor­ben hast, dann emp­feh­len wir Dir den .quer drau­ßen an einem wet­ter­ge­schütz­ten Stand­ort auf­zu­stel­len. Mit wet­ter­ge­schützt bezeich­nen wir Stand­or­te, die in jedem Fall son­nen­ge­schützt sind, ger­ne auch mit einer Front an der Haus­wand / Brand­wand ste­hend. Wenn die Außen­tem­pe­ra­tu­ren über 30°C stei­gen oder aber unter 5°C sin­ken wird es unge­müt­lich für Dei­ne Wür­mer und es wird Zeit einen alter­na­ti­ven Stand­ort für die kri­ti­sche Pha­se zu suchen. Du kannst Dei­nen .quer dann in die Woh­nung, in den Haus­flur oder in den Kel­ler stel­len. Wir emp­feh­len den Stand­ort mög­lichst so zu wäh­len, dass die Lauf­we­ge von der Küche nicht zu weit sind. Im mode­ra­ten Indoor-Kli­­ma kann der Kom­post ste­hen blei­ben bis die Wür­mer erneut Frisch­luft­tem­pe­ra­tu­ren ver­tra­gen.

Zu welcher Jahreszeit starte ich am besten mit der Wurmkompostierung?

Die Ant­wort auf die­se Fra­ge ist vor allem stand­ort­ab­hän­gig. Wenn Du ganz­jäh­rig drau­ßen kom­pos­tie­ren möch­test, dann ist ein Start im Früh­jahr ide­al. Die Näch­te soll­ten frost­frei sein und die Tages­tem­pe­ra­tur bei min­des­tens 15°C lie­gen. Du kannst aber auch sehr gut im Som­mer star­ten. In die­ser Jah­res­zeit emp­feh­len wir Euch aber nicht die hei­ßes­ten Som­mer­ta­ge dafür zu nut­zen, und kei­nen Ter­min kurz vor einer län­ge­ren Feri­en­rei­se aus­zu­wäh­len. Der Herbst eig­net sich von den Tem­pe­ra­tu­ren auch gut, solan­ge es tags­über über 15 °C sind. Ist es küh­ler als 15°C kommt euer Sys­tem nicht so rich­tig in Schwung. Das Öko­sys­tem aus Wür­mern und – sehr wich­tig – vie­len ande­ren Mikro­or­ga­nis­men muss erst­mal wach­sen und sich ein­spie­len. Wenn die Tem­pe­ra­tu­ren für Popu­la­ti­ons­wachs­tum nicht för­der­lich sind, dann dau­ert das Gan­ze län­ger und Du wirst mög­li­cher­wei­se ent­täuscht über die gerin­ge­re „Leis­tung“ dei­nes Wurm­öko­sys­tems sein. Grund­sätz­lich kommt es im Herbst dar­auf an das Kom­post­gut zügig anwach­sen zu las­sen, damit die Wür­mer einen Rück­zugs­ort fin­den sobald es küh­ler wird.

Wenn Du Dei­nen Kom­post aber auch drin­nen star­ten kannst (weil Du aus­rei­chend Platz hast), dann kannst Du jeder­zeit mit der Kom­pos­tie­rung los­le­gen. Für den spä­ten Herbst emp­feh­len wir den Start des hubus.quer eben­falls in mode­ra­ten Tem­pe­ra­tu­ren (Gara­ge, Trep­pen­haus, Müll­raum, Kel­ler, Woh­nungs­flur). Dann kann sich Dein Wurm­kom­post wun­der­bar über den Win­ter ein­spie­len, im Früh­jahr darf er schon gut gefüllt an die Frisch­luft wan­dern und zur Früh­jahrs­be­pflan­zung kannst Du die ers­te Humus­ern­te ein­fah­ren.

Bei der Kompostierung

Was mache ich in der Urlaubszeit mit meinem Kompost?

Sze­na­rio: Du ent­spannst im Urlaub und Dei­ne Wür­mer hun­gern im .quer?! Nein, das muss nicht sein! Bei einem Urlaub, der bis zu drei Wochen dau­ert, kannst Du Dei­nen Wür­mern vor­her eine nor­ma­le wöchent­li­che Por­ti­on Fut­ter plus eine extra-Por­­ti­on ange­feuch­te­tes Papier oder Pap­pe zu fres­sen geben. Auf die Fut­­ter-Papier-Mischung kannst Du zusätz­lich eine ange­feuch­te­te Hanf­mat­te auf­le­gen (hält die Feuch­tig­keit bes­ser im Sys­tem). Die­se Koh­len­stoff­quel­le ist eine pri­ma Fut­ter­re­ser­ve für Dei­ne Wür­mer.

Sor­ge für aus­rei­chend Feuch­tig­keit zum Zeit­punkt Dei­ner Abrei­se und für einen schat­ti­gen Stand­ort Dei­nes Kom­post­mö­bels und dann soll­tet ihr Euch nach den Feri­en wohl­be­hal­ten wie­der­se­hen.

Soll­test Du aber eine Rei­se über 3 Wochen pla­nen, dann emp­feh­len wir einen Pfle­ge­be­such bei Dei­ner Wurm­kis­te im 2‑Wo­chen-Takt. Wenn Du die Kis­te vor Dei­nem Urlaub gut ver­sorgt hast, dann ist es aus­rei­chend wenn Freun­de, Fami­lie oder Nach­barn nach cir­ca zwei Wochen mit ein paar Tee­beu­teln und Mais­grieß (300 g) vor­bei­schau­en. Eine Füt­te­rung mit die­sem Mate­ri­al und das Anfeuch­ten des Inhalt mit dem Bestäu­ber soll­te rei­chen, dass Dei­ne Wür­mer Dei­ne Abwe­sen­heit gut über­ste­hen.

Darf man den Würmern nur Bio-Lebensmittel füttern?

Über den Ver­zehr von Bio-Lebens­­­mit­­tel freut sich nicht nur unser Kör­per, son­dern auch der Kör­per des Wurms. Nichts­des­to trotz kom­men Wür­mer auch mit Pes­ti­zid­rück­stän­den gut klar. Sie sind sogar in der Lage, die­se in ihrem Kör­per ein­zu­kap­seln, so dass sie für sich und die Umwelt (zunächst) unschäd­lich gemacht wer­den. Nach die­sem Prin­zip kön­nen Wür­mer also auch in einer Wurm­kis­te gut mit einem gewis­sen Maß an che­mi­schen Wirk­stof­fen klar­kom­men. Da es sich bei der Kom­pos­tie­rung aber gege­be­ner­ma­ßen um einen Kreis­lauf han­delt, wer­den die che­mi­schen Rück­stän­de (spä­tes­tens wenn der Wurm nicht mehr lebt) wie­der im Humus auf­tau­chen, der ja wie­der­um unse­re (ess­ba­ren) Pflan­zen düngt.

In die­sem Sin­ne emp­feh­len wir bio­lo­gi­sche Lebens­mit­tel – auch zuguns­ten der Wür­mer in unse­ren land­wirt­schaft­li­chen Böden.

Benötige ich zusätzliches Material um erfolgreich zu Kompostieren?

Da bei der Wurm­kom­pos­tie­rung ein natür­li­cher Pro­zess auf kleins­tem Raum abge­bil­det wird (ohne Aus­weich­mög­lich­keit für die Wümer), müs­sen wir beson­de­res Augen­merk auf die Lebens­be­din­gun­gen der Wür­mer rich­ten. Der Kom­pos­tie­rungs­pro­zess ist natür­li­cher­wei­se ein Pro­zess, der zu leich­ter Ver­saue­rung führt. Da die­ser Effekt in unse­rem Kom­post auch ein­tritt, die Wür­mer aber nicht “wei­ter­wan­dern” kön­nen, soll­ten wir mit Kalk­ga­ben den pH-Wert im neu­tra­len bis leicht sau­ren (pH 7–6) Bereich hal­ten. Wir emp­feh­len euch die­se “Nah­rungs­mit­tel­er­gän­zung” im Hin­blick auf eine lang­fris­tig sta­bi­le Wurm­vi­ta­li­tät und gute Humus­qua­li­tät. Um dies zu gewähr­leis­ten könnt ihr bei uns einen Mine­ral-Mix kau­fen, von dem ihr am bes­ten alle zwei Wochen einen Ess­löf­fel in den Wurm­kom­post gebt. Die­ser Mix aus zahl­rei­chen Mine­ra­li­en plus einem extra Schuss Cal­ci­um­car­bo­nat (Kalk) stellt sicher, dass die Wür­mer kei­ne Man­gel­er­schei­nun­gen haben. Nor­ma­ler­wei­se wer­den die­se Mine­ra­li­en von der Natur bereit­ge­stellt. Die “Wurm­spei­sung” über unse­re Küchen­ab­fäl­le ent­hält die­se Mine­ra­li­en zumeist nicht in aus­rei­chen­der Men­ge.

Die Hanf­mat­te zur Abde­ckung des Sub­strats erfüllt meh­re­re Auf­ga­ben: sie erleich­tern den Wür­mern beim Ein­zug ein schnel­les Wohl­füh­len, da es unter der Mat­te feucht und dun­kel ist. Sie dient als Koh­len­stoff­quel­le und wird daher nach und nach ver­speist. Im Som­mer dient sie als Feuch­tig­keits­bar­rie­re, so dass der Kom­post nicht zu schnell aus­trock­net. Im Früh­ling und Herbst ver­hin­dert sie ein schnel­les Aus­küh­len des Sub­strats bzw. der Wür­mer. Die Hanf­mat­te bie­tet also Vor­tei­le, gehört aber weni­ger zu den Must-Haves der Wurm­kom­pos­tie­rung.

Entsteht bei der Kompostierung kein unangenehmer Geruch?

Ein gepfleg­ter Wurm­kom­post stinkt nicht. In direk­ter Umge­bung des Kom­post­mö­bels riecht es bes­ten­falls nach feuch­ter Erde bzw. Wald­bo­den. Die­ser erstaun­li­che Fakt erklärt sich dar­über, dass die hohe Dich­te an zer­set­zen­den Tier­chen im Kom­post eine schnel­le Umwand­lung des Mate­ri­als bedin­gen. Zudem sor­gen sie durch ihre gra­ben­de und wüh­len­de Tätig­keit eine gute Belüf­tung des Bio­ab­falls mit Sauer­stoff, so dass sie typi­schen Gam­mel­ge­rü­che der Bio­ton­ne nicht ent­ste­hen.

Soll­te der Inhalt des Kom­post­mö­bels uner­war­te­ter­wei­se doch unan­ge­nehm rie­chen, dann ist das ein Hin­weis, dass der Wurm­hal­ter aktiv wer­den muss. Grün­de für den Geruch könn­ten sein, dass die Abfall­men­ge zu groß für die gehal­te­ne Wurm­po­pu­la­ti­on ist (Anzei­chen: Schim­mel) und/oder, dass das Mate­ri­al im Kom­post zu feucht ist. Durch letz­te­res ent­ste­hen Stel­len ohne Sauer­stoff, die dazu füh­ren, dass anae­ro­be Bak­te­ri­en die Abbau­pro­zes­se über­neh­men (Fäul­nis) und der Geruch weni­ger ange­nehm ist.

Zur Pro­blem­lö­sung sie­he #Hil­fe, mein Kom­post müf­felt

Was darf nicht in den Wurmkomposter?

Ein abso­lu­tes No-Go für die Wür­mer in Dei­nem Kom­post­mö­bel sind Fleisch, Fisch, Milch­pro­duk­te und natür­lich Che­mi­ka­li­en (wie z.B. in Hoch­glanz­pa­pier). Grund­sätz­lich mögen die Wür­mer kein tro­cke­nes Fut­ter und kein schwer ver­dau­li­ches Fut­ter. Zu schwer ver­dau­li­chem Fut­ter gehört z.B. die Scha­le von Zitrus­früch­ten sowie Avo­­ca­do-Scha­­le (das Inne­re der Avo­ca­do lie­ben sie aber sehr). Ein wah­rer Graus ist den Wür­mern gesal­ze­nes und mari­nier­tes Fut­ter sowie gekoch­tes Essen (ins­be­son­de­re Wei­zen­pro­duk­te) — bit­te nicht in die Wurm­kis­te geben.

Bei sehr har­ter und tro­cke­ner Bio­mas­se wie bei­spiels­wei­se ein Sten­gel der Toma­ten­stau­de, braucht es sehr lan­ge bis die­se Mate­ria­li­en von Pil­zen, Spring­schwän­zen & Co. So auf­be­rei­tet sind, dass der Wurm sie „schlür­fen“ kann. Har­te Bio­mas­se wie Melo­nen­scha­le oder Toma­tens­ten­gel kön­nen aber trotz­dem in die Wurm­kis­te gege­ben wer­den – inso­fern es Dich nicht stört, dass Du sie im ansons­ten rei­fen Wurm­hu­mus ziem­lich voll­stän­dig wie­der fin­dest. Sie die­nen als nütz­li­ches „Struk­tur­ma­te­ri­al“ im Kom­post dazu zusätz­li­che Luft­lö­cher zu schaf­fen, so dass das Sub­strat immer schön viel Sauer­stoff­kon­takt hat.

Kat­zen­streu und der Inhalt von Staub­sauger­beu­teln soll­te kei­nes­falls in den Kom­post gege­ben wer­den.

Wie viel kann gefüttert werden?

Das hängt von der Men­ge der Wür­mer in dei­nem Wurm­öko­sys­tem ab und auch davon wie lan­ge Dein Sys­tem schon läuft. Sicher ist: anfäng­lich braucht dein Wurm­kom­post eine Zeit sich auf sei­ne Höchst­leis­tung ein­zu­pen­deln. Das liegt dar­an, dass die Wür­mer sich in ihrer neu­en Umge­bung erst mal wohl­füh­len müs­sen, was wie­der­um von der „Mit­be­woh­ner­po­pu­la­ti­on“ im Kom­post abhängt. Da der Wurm in Abhän­gig­keit wei­te­rer Mikro­or­ga­nis­men wie Pil­zen und Bak­te­ri­en sowie Mil­ben und Spring­schwän­zen lebt bzw. frisst, muss das ihn umge­ben­de Kom­post­le­ben zunächst auch wach­sen. Um die­sen Pro­zess opti­mal zu unter­stüt­zen hilft es zu Beginn gute, beleb­te Gar­­ten- bzw. Wal­der­de oder auch halb­rei­fen Kom­post in den Wurm­kom­pos­ter zu geben.

Ist das Sys­tem dann schon ein wenig „gereift“, kannst Du die Fut­ter­men­ge anhand der Anzahl dei­ner Wür­mer annä­hernd berech­nen. Dazu musst Du die Anzahl dei­ner Wür­mer mit 0,2 g (= das Gewicht eines Wurms von 0,4 g geteilt durch 2) mul­ti­pli­zie­ren. Durch die­se Rech­nung erhältst du die mög­li­che Fress­leis­tung Dei­ner Wür­mer pro Tag, da ein Wurm in etwa die Hälf­te sei­nes eige­nen Kör­per­ge­wichts pro Tag frisst.

Bei­­spiel-Rech­­nung:  1000 Wür­mer x 0,2 g = 200 g Bio­ab­fall pro Tag

Bit­te nimm die­se Rech­nung als gute Annä­he­rung an die Fress­leis­tung dei­nes Wurm­sys­tems. Letz­ten Endes ist es aber ein leben­di­ges Sys­tem, das Du durch vor­sich­ti­ges Aus­pro­bie­ren, Beob­ach­ten und Anpas­sen ken­nen­ler­nen und ver­ste­hen lernst. Nach einer klei­nen Wei­le wirst Du Experte/In für Dein eige­nes Kom­post­sys­tem sein und wirst intui­tiv die Fut­ter­men­ge bestim­men kön­nen.

Ernte & Produkte

Wann ist der Wurmhumus reif für die Ernte?

Es gibt zwei ein­fa­che Metho­den, um raus­zu­fin­den, ob der Humus bereits geern­tet wer­den kann.

#1 Die ein­fachs­te und relax­te Metho­de sieht vor etwas Humus in ein geschlos­se­nes Schraub­glas zu fül­len und für 10 Tage luft­dicht dar­in zu ver­wah­ren. Öff­net man nach die­ser Zeit­span­ne das Glas und es  “müf­felt”, dann sind anae­ro­be Abbau­pro­zes­se erfolgt, die uns dar­auf hin­wei­sen, dass der Umbau des Aus­gangs­ma­te­ri­als in Wurm­hu­mus noch nicht abge­schlos­sen ist.

#2 Die ande­re Test-Vari­an­­te erfolgt indem man den soge­nann­ten Kres­se­test macht. Dazu ent­nimmt man etwas Humus, ver­teilt ihn gleich­mä­ßig in einer klei­nen Scha­le und streut Kres­se­sa­men dar­auf. Dann befeuch­tet ihr die Scha­le jeden Tag für die Dau­er von 4–5 Tagen. Ist die Kres­se nach die­sem Zeit­raum gleich­mä­ßig und grün auf­ge­wach­sen ist der Humus ern­te­reif. Weist die Scha­le nur par­ti­ell gekeim­te Kres­se­sa­men auf bzw. hat die Kres­se einen bräun­li­chen Farb­ton ist sie noch nicht als Blu­men­dün­ger nutz­bar.

Was genau ist Wurmhumus eigentlich?

Wurm­hu­mus ist die schö­ne Bezeich­nung für die Losung des Wurms!? Ja, es han­delt sich hier um die “Wurm­ka­cki”, die jedem Gärt­ner glän­zen­de Augen vor Freu­de schenkt. Regen­wür­mer bzw. der Kom­post­wurm sind dem Gärt­ner sehr will­kom­men, weil sie nicht nur den Boden belüf­ten, son­dern zusätz­lich mit ihrer Losung den Boden mit Nähr­stof­fen anrei­chern. Ihre Aus­schei­dun­gen stel­len Bio­dün­ger höchs­ter Qua­li­tät dar. Der Preis für Wurm­hu­mus – auch schwar­zes Gold genannt – bil­det die­se Qua­li­tät ab.

Die beson­de­re Qua­li­tät des Wurm­hu­mus besteht dar­in, dass in den klei­nen dun­kel­brau­nen Krü­mel die beson­ders hohe Kon­zen­tra­ti­on an Nähr­stof­fen “leben­dig ver­baut” ist. Im sehr lan­gen Ver­dau­ungs­trakt des Wurms sind zahl­rei­che Bak­te­ri­en, Pro­to­zo­en, Pil­ze und Nema­to­den am Auf­bau, respek­ti­ve der “Ver­kle­bung” der Wur­m­hu­­mus-Krü­­mel betei­ligt.  Die­se sta­bi­len Krü­mel sind reich an posi­ti­ven Enzy­men und Bak­te­ri­en (Boden­le­ben) und stel­len einen natür­li­chen Boden­ver­bes­se­rer dar.

Setzt man Wurm­hu­mus zur Dün­gung ein, so ste­hen der Pflan­ze die hohen Nähr­stoff­an­tei­le sofort zur Ver­fü­gung. Die Pflan­zen wer­den durch Wurm­hu­mus geschützt und die Pflan­zen­haut gestärkt. Durch die Ent­wick­lung einer dicke­ren Außen­haut haben Läu­se und ande­re sau­gen­de Schäd­lin­ge schlech­tes Spiel. Wurm­hu­mus hat die Eigen­schaft beson­ders gut Was­ser spei­chern zu kön­nen und bei Bedarf an die Pflan­ze abzu­ge­ben. Die Struk­tur des Bodens wird durch Wurm­hu­mus ver­bes­sert, da er wie eine Imp­fung mit Boden­le­ben und Boten­stof­fen (die das Boden­le­ben näh­ren) wirkt.

Wurm­hu­mus erhält aber nicht nur die Frucht­bar­keit eines gesun­den Bodens, son­dern hilft uns (Städ­tern) dabei die Nähr­stof­fe aus unse­rem Bio­ab­fall wie­der in den Nähr­stoff­kreis­lauf ein­zu­brin­gen. Wäh­rend wir mit­hil­fe der Wurm­kom­pos­tie­rung weni­ger Abfall “ent­sor­gen” las­sen müs­sen, schaf­fen wir uns einen eige­nen Kreis­lauf, der uns wert­vol­len Wurm­hu­mus schenkt.

Probleme

Was kann ich gegen Fruchtfliegen im Kompost unternehmen?

Frucht­flie­gen las­sen sich im Som­mer schwer gänz­lich ver­mei­den. Sie wer­den ins­be­son­de­re über mat­schi­ges Obst in den Kom­post ein­ge­bracht, wo sie sich beson­ders gut ver­meh­ren, wenn das ein­ge­brach­te Obst nicht mit Sub­strat, Erde, Kaf­fee­satz oder Mine­ral-Mix abge­deckt wird. Die Flie­gen legen ihre Eier an der Ober­flä­che des mat­schi­gen Mate­ri­als ab, so dass sie sich im feuch­ten Kli­ma des Kom­posts beson­ders flink ent­wick­len kön­nen wenn die “Brut­stät­te” offen liegt.  Bei aku­tem Flie­gen­be­fall emp­feh­len wir das Mate­ri­al kom­plett ein­zu­gra­ben und abzu­de­cken sowie für eine Wei­le kein Obst mehr zu füt­tern. Man kann Obst­ab­fäl­le auch in einer Scha­le sam­meln und die­se für min­des­tens 24h in der Tief­kühl­tru­he zwi­schen­par­ken damit sämt­li­che Flie­gen­ei­er abster­ben. Für die anschlie­ßen­de Ein­brin­gung in den Kom­post ist es hilf­reich eine Rin­ne zu gra­ben, in die das Mate­ri­al gege­ben wird, um es dann mit Sub­strat zuzu­de­cken.

Ein wei­te­res hilf­rei­ches Tool für die Bekämp­fung ist eine Essig-Fal­­le, die am bes­ten in der Wurm­kis­te hängt. Das Loch­blech eig­net sich dafür her­vor­ra­gend. Eine pas­sen­de Flie­gen­fal­le ist im Nu aus einer alten Sham­­poo-Fla­­sche gebas­telt, die durch das Umbie­gen der Lasche direkt über das Loch­blech gehängt wer­den kann.

Rezept für die Flie­gen­fal­le: Behäl­ter in etwa zu 1/8 mit Zucker befül­len und bis zu ¼  mit Frucht­es­sig auf­fül­len. Etwas lau­war­mes Was­ser (bis max. ½ Füll­hö­he) hin­zu­ge­ben und anschlie­ßend umrüh­ren. Nun einen Trop­fen Spül­mit­tel ins Was­ser geben – fer­tig!

Hilfe, mein Kompost müffelt.

Soll­test Du beim Öff­nen Dei­nes Kom­post­mö­bels oder beim Ein­ar­bei­ten Dei­nes Fut­ters in das Sub­strat einen müf­fe­li­gen Geruch wahr­neh­men, dann ist es Zeit ein paar Minu­ten Pfle­ge in Dein Wurm­ha­bi­tat zu inves­tie­ren.

Grün­de für das Ent­ste­hen die­ses Geruchs kön­nen ein Über­maß an (schim­meln­dem) Fut­ter oder ein Über­maß an Feuch­tig­keit sein (Link: Ent­steht bei der Kom­pos­tie­rung kein unan­ge­neh­mer Geruch?).

Als Sofort­maß­nah­me emp­feh­len wir eine Ent­nah­me des fau­len­den Fut­ters und zusätz­lich die Ein­ar­bei­tung von “Struk­tur­ma­te­ri­al”. Das Ziel ist es das Sys­tem durch mehr “Struk­tur” wie­der stär­ker zu belüf­ten, so dass die anae­ro­ben Bak­te­ri­en durch die sauer­stoff­lie­ben­den (und geruchs­neu­tra­len) Bak­te­ri­en ersetzt wer­den kön­nen. Als Struk­tur­ma­te­ri­al kann Dir tro­cke­ne Pap­pe und Papier die­nen, es kön­nen aber auch Eier­scha­len, klei­ne Stö­cker, Avo­ka­dost­ei­ne oder Nuss­scha­len (kei­ne Wal­nüs­se!) sein. Eier­scha­len, Ker­ne und Nuss­scha­len zer­set­zen sich zwar nicht, haben dafür aber den Vor­teil, dass sie dem Sub­strat lang­fris­tig mehr Belüf­tung ver­schaf­fen. Wenn Du aber mühe­los “rei­nen” und krü­me­li­gen Wurm­dün­ger ohne zu Sie­ben ern­ten möch­test,  dann emp­feh­len wir Dir nur Papier und Pap­pe zu nut­zen.

Das gewähl­te Mate­ri­al hebst Du nun gleich­mä­ßig unter den Wurm­kom­post, um die­sen auf­zu­lo­ckern und Sauer­stoff ins Sub­strat zu brin­gen.

Ein wei­te­res Hilfs­mit­tel, um schnell und effek­tiv über­schüs­si­ge Feuch­tig­keit zu bin­den und unan­ge­neh­me Gerü­che zu bekämp­fen ist die Zuga­be von (Ur-)Gesteinsmehl oder Bio­koh­le (bei­des sehr gut für die Qua­li­tät des Wurm­hu­mus). Soll­test Du die Mög­lich­keit haben an Säge­spä­ne von unbe­han­del­tem (!) Holz zu gelan­gen, bie­tet sich die­ses Mate­ri­al eben­falls an, um Dei­nen Kom­post wie­der ins Gleich­ge­wicht zu brin­gen.

Hilfe, meine Würmer sind ganz träge.

Wenn dei­ne Wür­mer kei­ne schnel­le Flucht­re­ak­ti­on bei Licht­ein­fall zei­gen oder sich ball­för­mig zusam­men­knäu­eln dann sind ihre Lebens­be­din­gun­gen zur Zeit nicht opti­mal. Als ers­tes macht es Sinn die Luft­tem­pe­ra­tur zu che­cken. Liegt sie unter 10°C  oder über 30°C , dann kann dies der Grund für eine ent­schleu­nig­te Bewe­gung der Wür­mer sein. Am bes­ten ver­frach­test Du Dei­nen hubus.quer an einen Ort mit mode­ra­te­ren Tem­pe­ra­tu­ren. Nun soll­test Du beob­ach­ten kön­nen wie sich Dei­ne Wür­mer revi­ta­li­sie­ren.

Liegt der Grund nicht an der Tem­pe­ra­tur, dann ist es wahr­schein­lich, dass sie unter Man­gel­er­schei­nun­gen lei­den. Prü­fe, ob Du Dei­nen Wür­mern aus­rei­chend Koh­len­stoff (Papier, Pap­pe, Eier­kar­tons) ins Fut­ter gemischt hast. Wenn Du zur Schluss­fol­ge­rung kommst, dass es zu wenig Koh­len­stoff war, dann kannst Du jetzt durch die Zuga­be von ange­feuch­te­tem und mög­lichst klein­ge­schnit­te­nem Mate­ri­al den Wür­mern schnel­le Ener­gie zur Ver­fü­gung stel­len. Sehr schnell ver­speist wer­den auch feuch­te Kokos­fa­sern, feuch­te Hanf­mat­te und feuch­te Papp­strei­fen aus Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al.

Um sicher zu gehen, dass der pH-Wert des Kom­post­ma­te­ri­als nicht zu sau­er ist und die Wür­mer aus­rei­chend mit Mine­ral­stof­fen ver­sorgt sind, kannst Du zur Vita­li­täts­stei­ge­rung Dei­ner Wür­mer auch 5 Ess­löf­fel Mine­ral-Mix unter den Kom­post heben.

Hilfe, meine Würmer versuchen abzuhauen

Wenn Du beob­ach­test, dass Dei­ne Wür­mer Flucht­ver­su­che unter­neh­men, dann bedeu­tet das, dass sie in ihrem Sys­tem unter Stress lei­den. Che­cke bit­te die fol­gen­den Para­me­ter:

#Tem­pe­ra­tur #Feuch­tig­keit #Fut­ter­men­ge #Fut­ter­art

Nach dem Star­ten dei­nes Wurm-Öko­­­sys­­­tems ist es aller­dings nicht unüb­lich, dass die Wurm­po­pu­la­ti­on zunächst ihre neue Behau­sung genau­er unter die Lupe nimmt und dabei jede Rit­ze und jeden Spalt erkun­det. Dies geschieht ins­be­son­de­re im Dun­keln und dau­ert bis zu drei Wochen an. Um die anfäng­li­che Unru­he im Kom­post­mö­bel zu besänf­ti­gen hilft es eine Hanf­mat­te auf das Sub­strat zu geben. Kom­post­wür­mer lie­ben Hanf­mat­ten als Rück­zugs­ort und als Nah­rungs­quel­le. Durch das Ange­bot die­ses attrak­ti­ven Mate­ri­als wer­den sich die Wür­mer zeit­nah in, auf oder unter der Hanf­mat­te befin­den. Durch das Ver­zeh­ren die­ses Mate­ri­als wird der Wurm­hu­mus übri­gens wun­der­bar krü­me­lig und kör­nig.

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